Stock-Fotos – Untergang der Corporate Identity

Nina Behr - 28.08.2020

Der Web-Auftritt ist das Aushängeschild eines jeden Unternehmens.

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Für den richtigen Auftritt braucht man daher nicht nur eine gute Vorbereitung, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal; stellt euch vor, ihr schaut einen Film und alle Darsteller sehen gleich aus. Ihr wärt vermutlich nur noch damit beschäftigt zu überlegen, wer jetzt eigentlich wer ist oder was er darstellt.

Hätte jeder eine klar erkennbare Identität, würde man sich auf die Handlung des Films konzentrieren und nicht versuchen den einen Darsteller vom anderen zu unterscheiden. Das gleiche gilt für die Identität von Unternehmen. Ein klarer Auftritt für die Außenwelt – vom Logo über einen klaren Leitgedanken bis hin zur Farb- und Bildwelt – ist das A und O: die Corporate Identity.

Kunden, Bewerber und Interessenten sollten nicht lange darüber nachdenken müssen, was für euch selbstverständlich ist. Eure Identität ist euer Wiedererkennungsmerkmal – das kommt von “wiedererkennen” – nicht “aus den Augen, aus dem Sinn”.

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Der Mann am Flipchart bei Consulting XY ist doch der gleiche, der gestern auf der Webseite von irgendeinem Startup am Schreibtisch saß. Leute, die man gestern erst auf einer anderen Website gesehen hat. Ist es gar möglich, dass die selben Personen auf unterschiedlichen Websites auftauchen und einem das wohlige Gefühl von flachen Hierarchien, einem tollen Obstkorb und dem besten Kicker der Stadt vermitteln wollen?

Eine Website agiert, wenn man so will, als Kontaktperson zwischen “der Welt da draußen” und einem Unternehmen. Es sollte also gut überlegt sein, wie man sich dort präsentieren will. Nehmen wir den etwas zu kleinen Anzug, der höchstens dadurch auffällt, dass er nicht gut sitzt, aber noch im Schrank hängt? Oder etwas Maßgeschneidertes und hinterlassen damit einen eleganten ersten Eindruck?

Ähnlich verhält es sich mit der Verwendung von Stock-Material. Greifen wir uns Fotomaterial,das irgendwie grob in unser Farbschema und die Thematik passt, um unsere Headerbilder auf Websites zu befüllen. Oder aber wollen wir diesen Platz nutzen, um uns von anderen abzuheben und individuellen Content zu zeigen, der auch wirklich etwas mit uns zu tun hat?

Der Aufbau einer Markenidentität ist ein langwieriger Prozess. Sie legt den Grundstein für die Corporate Identity eines Unternehmens. Damit schafft ein Unternehmen Vertrauen und vor allem einen hohen Wiedererkennungswert unter Konkurrenten.

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Es ist kein Hexenwerk Stockpeter und Stockgisela von echten Mitarbeitern zu unterscheiden.

In den meisten Fällen sind es fröhlich zusammensitzende Gruppen, die auf Laptops zeigen, oder Einzelpersonen, die Post-Its an durchsichtige Wände kleben. Genauso häufig sieht man Flure, die wie ein gläserner Palast erstrahlen und auf denen gutaussehende Menschen mit Zettelstapeln und Ipads auf und ab tänzeln. Jeder sollte sich spätestens dabei die Frage stellen: Sieht mein Büro wirklich so aus oder zeige ich hier aus Bequemlichkeit eine Firma aus Stockhausen?

Wie viel Wahrheit steckt dahinter, wenn die so sympathisch lachenden Personen doch tatsächlich aus der Stockwelt entführt wurden? Ein Bewerber, der sich auf der Unternehmenswebsite umschaut, wird sich fragen: Sind diese Menschen meine zukünftigen Kollegen? Wenn das Aushängeschild mit einer Lüge beginnt, schummeln wir letztlich auch bei der Identität. Und da wären wir dann doch beim Thema: Stock-Fotos sind der Untergang einer jeden Corporate Identity!

Dabei versprechen eben diese Unternehmen doch stets, der tollste und beste Arbeitgeber zu sein, fantastische Kollegen zu haben und grandiose Firmenevents zu veranstalten, die das Team zusammenbringen, weil alle nach Feierabend so unfassbar gerne etwas zusammen unternehmen. Warum dann eine Scheinwelt anstelle der Realität zeigen?

Ich meine, du baust dir ein Unternehmen auf, hast einen Businessplan geschrieben, Mitarbeiter gefunden, denen du vertraust und zeigst auf deiner Website Fotos, die jeder Hans und Franz benutzen kann? Wenn ein Restaurant die besten Bratkartoffeln der Stadt anbietet, dann müssen genau diese Bratkartoffeln ganz oben auf die Karte! So, dass man sie sieht und direkt Lust bekommt, sich einen Teller davon zu bestellen!

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Wenn du wirklich ein offenes Team mit flachen Hierarchien bist, dann zeig es!

Erst dann werden Bewerber, Interessierte und Kunden ein ganz ehrliches Bild von deinem Unternehmen bekommen. Genau das schafft Vertrauen und einen hohen Wiedererkennungswert.

Und sind wir mal ganz ehrlich: potenzielle Bewerber nutzen auch keine Stock-Fotos. Und die bildliche Gegenüberstellung von Arbeitgeber und Bewerber sollte doch von Beginn an fair ablaufen: Zeigst du mir deins, zeig ich dir meins – der erste Eindruck zählt. 🙂

Also liebe Unternehmen: Macht etwas eigenes! Zeigt eure eigenen Schreibtische, eure eigenen Mitarbeiter und bleibt authentisch! Verzichtet auf künstlich lachende Menschen aus dem Internet. Die sind nicht mal halb so cool wie euer eigenes Team!

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Stock-Fotos – Untergang der Corporate Identity

Der Web-Auftritt ist das Aushängeschild eines jeden Unternehmens. Für den richtigen Auftritt braucht man daher nicht nur eine gute Vorbereitung, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal;

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